Emilia De Rosa
Jurastudentin und Politikerin. Emilia De Rosa studiert Rechtswissenschaften an der Universität Bremen. Sie war Vorsitzende des Bundesverbands rechtswissenschaftlicher Fachschaften e.V., ist Mitglied der bundesweiten Referendariatskommssion und Stipendiatin bei JoinPolitics.
Was macht für Sie gute juristische Ausbildung aus?
Eine Ausbildung, die notwendige juristische Kompetenzen und die Fähigkeit zur eigenständigen Erarbeitung von unbekannter Materie vermittelt, zukünftige Jurist*innen auf die berufliche Praxis vorbereitet und eine kritische Auseinandersetzung mit dem geltenden Recht fördert.
Warum engagieren Sie sich für die Verbesserung der juristischen Ausbildung?
Die aktuelle juristische Ausbildung befeuert diskriminierende Strukturen, macht krank und sorgt dafür, dass Menschen durch bloßes Auswendiglernen von vorgeschriebenen Meinungen in Verantwortungspositionen gelangen, in denen sie über grundlegende Werte unserer Demokratie entscheiden dürfen. Das kann und darf nicht das Fundament sein, auf dem unsere Gesellschaft steht.
Das kann und darf nicht das Fundament sein, auf dem unsere Gesellschaft steht.
Emilia De Rosa
Worüber wird im Kontext der juristischen Ausbildung zu wenig geredet?
Gesetze sind immer das Ergebnis eines politischen Diskurses und können schon allein deshalb nie unpolitisch sein. Auch ihre Deutung, Konkretisierung und Fortbildung ist nie wertfrei. Das Bewusstsein darüber wird in unserer aktuellen juristischen Ausbildung nicht geschaffen. Dieses Bewusstsein ist aber erforderlich, um den verantwortungsvollen Umgang mit der hohen Entscheidungs- und Gestaltungsmacht von Jurist*innen in allen gesellschaftlichen Bereichen sicherzustellen.
Können Sie uns eine Sache nennen, die sich in der juristischen Ausbildung ändern muss?
Die wachsende Anzahl an Rechtsgebieten und ihre Komplexität sowie die Geschwindigkeit, in der Gesetze verabschiedet und geändert werden, machen es erforderlich, dass Kompetenzen statt „toten“ Wissens vermittelt werden. Die Abkehr vom das Lehren und Lernen einschränkenden Pflichtfachstoff und die Überführung in einen Kompetenzkatalog wären ein erster wichtiger Schritt.


